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          Kinder- & Jugendring Sachsen

Kürzungen im Emmers:

Donnerstags ist das Kinder- und Jugendhaus aufrgund der Kürzungen nur noch bis 17 Uhr geöffnet. 

Um das Haus nicht leer stehen zu lassen, führen wir in diesem Zeitraum dank Unterstützung der Stiftung Aktion Mensch und des Bundeslandes Sachsen Projekte der KulturWirkstatt durch.

Das sind die ersten direkten Stunden, welche wir unseren Zielgruppen vorenthalten müssen.
Glücklicherweise konnte dieser Kürzungseinschnitt bis 2013 noch indirekt und dank eben benannter Unterstützer aufgefangen werden. 
Sicher ist schon seit vielen Jahren, dass unsere Arbeit nicht ohne Drittmittel auskommen kann.
Immer wahrscheinlicher wird aber, dass sie ohne diese und noch viel mehr Drittmittel nicht überleben wird. Trotz aller fachlicher Argumente und Proteste werden auch in den nächsten Jahren weitere Kürzungen folgen!

Am Rande noch eine kleine große Zahl. Die Drittmittelakquise des Emmers 2011: rund 75.000 € (2009-2011: 210.000€!)
An dieser Stelle wieder ein Dank allen Unterstützern unseres Hauses!

"Tacheles - über das vorhergesehene Wissen"

Eine Veranstaltung des Studienbereichs Jugend der Evangelischen Akademie Meißen in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendring Sachsen e. V., der Diakonie Sachsen und der LAG Sozialdiakonische Kinder- und Jugendarbeit 

"Der 6. Dezember ist alljährlich insbesondere für die Kinder aufregend. Sie putzen fleißig ihre Schuhe und stellen diese bereits am Abend vorher vor die Wohnungstür. Dann gehen Sie unruhig schlafen, denn sie wissen nicht, ob der Nikolaus kommt und Ihnen Ihre Stiefel füllt. Z. B. mit Süßigkeiten wenn sie "artig" waren, mit einer Rute, wenn das Gegenteil der Fall war. Umso aufregender wird am nächsten Tag der Gang vor die Tür... Wer auf die letzten Monate im Freistaat zurückblickt wird diese als aufwühlend in Erinnerung haben. Da gibt es diejenigen, die der Meinung sind sie hätten Süßigkeiten verdient. Andere wünschen, dass der Nikolaus fleißig Ruten verteilt. Die Landesregierung legte für den Doppelhaushalt 2011/2012 im bereits laufenden Kalenderjahr einen kleineren Haushalt vor, in den Ministerien musste gespart werden. Begründet wurde und wird die insbesondere vor mit zurückgehenden fiskalischen Mitteln vor allem aufgrund der demografischen Entwicklung.
Auch das Sächsische Sozialministerium für Soziales und Verbraucherschutz nahm Kürzungen vor, z. B. im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. In der Folge mussten
verschiedene Träger ihre Arbeit einstellen, minimieren oder umstrukturieren. Des Weiteren entstand eine Protestwelle, die nicht nur vor dem Sächsischen Landtag zu Demonstrationen führte. Darüber hinaus gründete sich ein bis heute aktives "Bündnis für Zukunft und Zusammenhalt". Die verschiedenen Diskussionen und Positionen in den zurückliegenden Monaten zeigten auf der einen Seite Sorgen und auf der anderen Seite Hinweise auf die Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit der notwendigen Entscheidung. Diese Veranstaltung will der Frage nachgehen, welche Folgen es denn nun tatsächlich gibt, welche Auswirkungen die finanzielle Ausrichtung der Landesregierung hat. Ermöglichen soll diese Veranstaltung einen Rückblick, Impulse aus unterschiedlichen Erfahrungen sowie einen Diskurs über die Zukunft der sächsischen Kinder- und Jugendhilfe. Natürlich wird auch die Frage nach Rute oder Süßigkeiten nicht aus den Blick verloren werden..."

"… denn sie wissen nicht, was sie tun"

ist der vorletzte Film mit James Dean.
In ihm wurden die Probleme der verlorenen Generation in Gesellschaft und Familie zum ersten Mal explizit thematisiert und er spielt in den 50er des letzten Jahrhunderts.

Heute: 60 Jahre später sollte der aufgeklärt mündige Bürger glauben, dass (s)eine Gesellschaft sich weiter entwickelt hat und sich Szenarien einer verlorenen Generation nicht wiederholen können.
Leider ist dies aber ein Irrglaube. Ein Großteil der heutigen Jugend wird erneut zu einer verlorenen Generation erklärt bzw. gemacht, weil ihre aktiven und tradierten sozialen Netzwerke, Schutz- und Rückzugsorte im Jahr 2011 für nicht förderwürdig befunden werden.

In Zahlen heißt dies nach Förderung 2011: 
signalisierter Bedarf der freien Träger in Dresden: 202 Stellen
Förderung von Jugendamt/Jugendhilfeausschuss: 154 Stellen

Es werden 2011 in Dresden 2000 Stunden pro Woche am fachlich signalisierten Bedarf vorbei weniger gefördert. 2000 Stunden sind eine Menge Zeit, welche Kindern und Jugendlichen dieser Stadt zur Verfügung stehen sollte, so aber fehlt. 2000 Stunden sind 50 Stellen die allein im Bereich der Offenen und Mobilen Kinder-& Jugendarbeit nicht bewilligt oder gekürzt wurden, so dass alle statt dem versprochenen Bestandsschutz deutliche Einbußen bis zur Arbeitsunfähigkeit hinnehmen müssen. Fünf Monate musste das laufende Jahr alt werden, bis die Förderung bewilligt wurde.
Allein diese Tatsache ist schon ein mittlerer Skandal. 
Nun ist es seit dem 21.04.2011 amtlich: Der Dresdner Jugendhilfeausschuss hat die Förderung 2011 beschlossen und fühlte sich dabei nicht einmal in der Lage eine Mehrjahresförderung für die freien Träger durchzusetzen.
2. Jugendhilfeausschuss-Report vom 21.04.2011:
"In der heutigen Jugendhilfeausschusssitzung wurde die Förderung von Angeboten freier Träger der Jugendhilfe für das laufende Jahr 2011 beschlossen. Das im Dezember 2010 beschlossene Förderkonzept sah den Verzicht auf Schließung von Angeboten vor, so dass der Ausschuss ein Defizit in Höhe von rund 900.000 Euro, bezogen auf den ermittelten Bedarf, ausgleichen musste. Hierzu war ein Berechnungsmodell angewendet worden, dass Bezug u. a. auf sozialdemografische Daten in den einzelnen Stadtteilen nahm. Im Ergebnis der Berechnungen hätten jedoch die Angebote in ohnehin belasteten Stadtteilen wie Dresden-Prohlis erheblich eingeschränkt werden müssen (errechnete Reduzierung hier 300.000 Euro). Um dies zu verhindern, griffen Verwaltung und Jugendhilfeausschuss auf ein "solidarisches Fördermodell" zurück, dass die Angebote zwar im Förderumfang einschränkt, jedoch Schließungen vermied. Wie Sozialbürgermeister Martin Seidel sagte, hätte er sich einen Beschluss zur Mehrjahresförderung gewünscht, der mit Blick auf den Doppelhaushalt 2011/12 sinnvoll gewesen wäre. Doch die schwierige finanzielle Situation habe eine Beschlussfassung auch für das Folgejahr nicht ermöglicht. Patrick Schreiber legte dar, dass keine hinreichende fachliche Grundlage für die Förderentscheidung zur Verfügung stehe, nur ein aktueller Jugendhilfeplan könne eine solche Basis darstellen. Das zur Verfügung stehende Budget beläuft sich auf 11,178 Millionen Euro, davon entfallen 1,5 Millionen auf Landesmittel, die bereits im Vorjahr erheblich reduziert worden waren. Eine leichte Entlastung des Budgets sei die Finanzierung einiger Stellen im Bereich der Schulsozialarbeit aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes der Bundesregierung in Höhe von etwa 300.000 Euro. Wie Christoph Stolte ausführte sei der von der Verwaltung ermittelte Bedarf deutlich höher als das vom Stadtrat bereitgestellte Budget. Schreiber stellte eine Beschlussfassung zur Förderung im kommenden Jahr bis zum 31.08.2011 in Aussicht, damit die Träger Sicherheit für ihre Arbeit erhalten können. Jens Hoffsommer kritisierte die Formulierung "Förderung von Angeboten freier Träger der Jugendhilfe" und stellte klar, dass es sich dabei um eine Förderung von Kindern und Jugendlichen handle. Er appellierte an die Stadträte, die finanzielle Lage in der Jugendarbeit mittels entsprechender Haushaltsbeschlüsse zu verbessern. Thomas Engel verwies nachdrücklich auf die Verantwortung des öffentlichen Trägers zur Bereitstellung bedarfsgerechter Mittel für Kinder- und Jugendhilfe und bezeichnete das Ergebnis der Verhandlungen im Unterausschuss "Förderung" als "Ringen um einen tragfähigen Kompromiss". Auf Antrag Tobias Heinemanns wurde beschlossen, beim Stadtrat eine Aufstockung des Jugendhilfebudgets zum Ausgleich der Defizite zu beantragen...
Der Jugendhilfeausschuss fasste ferner einen so genannten Begleitbeschluss, der den Fördervorbehalt beim Jugendverein Roter Baum e. V., wie kürzlich im Stadtrat beschlossen (s. 233. Jugendhilfe-Newsletter), aufhob. Außerdem wurde eine juristische Prüfung des genannten Stadtratsbeschlusses beschlossen, der nach Auffassung des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden, Jens Hoffsommer, in die Rechte des Jugendhilfeausschusses eingreift." 
Redaktion: Carsten Schöne, JugendInfoService Dresden

Es wurde also in der Kinder- und Jugendhilfe gekürzt. Mal wieder.
Ein Fehlbetrag von 900.000 €, der nach dem Gießkannenprinzip zu verschärfenden Einschränkungen in der gesamten Breite der Kinder- und Jugendhilfelandschaft "ausgeschüttet" wurde. Im gleichen Jahr leistet sich die Landesregierung ein 5tägiges Ereignis für schlappe 5,5 Millionen € - den evangelischen Kirchentag in Dresden! Kann man hier noch von Verhältnismäßigkeit sprechen? Ist das die viel gerühmte christlich-liberale Nächstenliebe? In Wahrheit sprechen wir aber nicht von "nur" 900.000 €, sondern von insgesamt 3 Millionen €, die der Dresdner Kinder- und Jugendhilfe wirklich fehlen, um den wahren Bedarf zu decken und fachlich fundiert auf Jahre hinaus in verlässlichen Strukturen zu arbeiten. Auch 3 Millionen € klingen im ersten Moment sehr viel, reduzieren sich aber auf ein Minimum, wenn man sieht, dass 5,5 Millionen für 5 Tage eben mal so ausgegeben werden können, wobei sich das Gesamthaushaltsvolumen der Stadt Dresden im Jahre 2011 auf 1,3 Milliarden € beläuft. 
Kinder und Jugendlichen machen mittlerweile immerhin über 30% der Gesamtbevölkerung Dresdens aus - Tendenz steigend.
Ihnen stehen aber nicht einmal 10% des Gesamtvolumens zu. Was sind also schon 3 Millionen €, wenn eine Stadt allein bei den Planungen von Brücken-, Straßen- oder Verkehrsumgestaltungen jeweils zweistellige Millionensummen ausgeben darf? Nun diese Aussage sagt sehr viel über die Prioritätensetzung der Dresdner Stadtmütter und -väter aus.

Auch die Verteilung der Kürzungen - also das Gießkannenprinzip - ist in keinster Weise nachvollziehbar und wirkt planlos. Logisch, der Jugendhilfeplan stammt aus dem Jahr 2001 und kann somit auch nicht als aktuellerFörderhintergrund herangezogen werden. 
Immer wieder überarbeitete "Förderkonzepte" des Jugendhilfeausschusses bzw. der Verwaltung des Dresdner Jugendamtes weisen leider nicht auf Fachlichkeit und Zukunftsorientierung hin, sondern eher auf eine hilflose Zwanghaftigkeit. Leider gelingt es weder den Verantwortlichen im Jugendhilfeausschuss, im Dresdner Jugendamt oder an der betroffenen Basis genügend Fachlichkeit und Gegendruck aufzubauen, um sich gemeinsam gegen die kinder- und jugendfeindliche Stadtratspolitik zu wehren.
Der Dresdner Stadtrat ist DER verantwortliche Entscheidungsträger und leider auf dem sozialen Auge blind.
Fast tragisch-komisch ist dabei die Tatsache, dass sich Bundes-FDP/CDU-Politiker wundern und gar mit Sanktionen bei Hartz-IV-Empfängern drohen, weil diese es nicht schaffen das Bildungsgutschein-Paket von Frau von der Leyen zu beantragen.
Wenn man Klartext spricht, muss man an dieser Stelle die Fachlichkeit dieser Damen und Herren in Frage stellen, wenn sie auf der einen Seite die Profession Sozialarbeit als helfende und vermittelnde Instanzen wegkürzen und gleichzeitig die sozial-benachteiligte Bevölkerung dieses Landes sanktionieren. So fühlt sich politische Willkür gepaart mit Arroganz an. Nun die Kürzungen sind gekommen ... in Zeiten zunehmender Kinderarmut bzw. sich zuspitzender sozialer Notlagen in Familien und in der Amtszeit einer christlichen Regierung!

"... denn sie wissen nicht, was sie tun!" ist in seiner deutschen Version übrigens nach einem Bibelvers benannt wurden, mit dem Jesus seine Peiniger vor Gott entschuldigt.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die gesetzlichen Vertreter in den zuständigen Gremien ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden und doch noch im Sinne der heranwachsenden Generation entscheiden.

"Wer heute, hier und von Anfang an nicht zur Elite gehört, der wird es unter den gegebenen Bedingungen auch nicht auf legalem Wege schaffen!
Dazu gibt es zu viele Stolpersteine und verschlossene Türen, die sich leider nicht mehr allein durch Wissen, Können, Fleiß oder (De-)Mut öffnen lassen! Für viele von uns gilt: allein die Herkunft bestimmt, ob du in einem goldenen Schloss oder in der Gosse leben musst!" (Antonio, 17 Jahre)

Die Kürzungsbilanz der Stadt Dresden seit 2000 im Rückblick:

Seit 2000 wurden bis 2009 alle Offenen Häuser aus der öffentlichen Hand in freie Trägerschaft übertragen und einige Projekte ersatzlos gestrichen. 
Obwohl jeder Kindergarten und jede Schule über minimal einen Hausmeister, eine Verwaltungsfachkraft und eine Reinigungskraft verfügen, scheinen Häuser in der Offenen Arbeit dies nicht mehr zu benötigen und existieren mittlerweile benannte Personalstellen nirgendwo mehr bei den freien Trägern. Der erste Streich subtiler Einsparungsmethoden!
2003 konnten/sollten Mitarbeiter des Jugendamtes der Stadt Dresden ihren Arbeitsplatz gegen die Abfindungssumme eines Jahresgehaltes kündigen. Ob diese Option nur die ältesten oder fähigsten Angestellten wählten, bleibt an dieser Stelle wertungsfrei offen, sicher ist aber, dass viele diesen Weg beschritten und die meisten ihrer einstigen Stellen ersatzlos im Bermudadreieck der Kürzung verschwanden.
2005 bis 10 Überleitung der kommunalen Streetwork in freie Trägerschaft verbunden mit der Erweiterung der Einzugsgebiete = Aufgabenbereiche der Streetwork, somit der automatische Wegrationalisierung von Stellen im Gesamtgebiet Dresden. Die Mobile Arbeit in Dresden hat in diesen 5 Jahren einen Verlust von 50% hinnehmen müssen und wurde 2011 weiter massiv heruntergefahren. Das Rollen/Stellen von Streetworkern auf der Straße und von Sozilarbeitern in Offenen Einrichtungen in Großstädten wie Dresden nicht vermischt, also von der selben Person ausgeführt werden können, dies lernt jeder Student bereits im 1. Semester. Leider lassen aber auch hier die Verantwortlichen unter Kürzungszwängen Fachlichkeit vermissen. 2011 wurden ca. 800000 € (wieder fast 10 %) in den Bereichen Offene und Mobile Sozialarbeit in Dresden eingespart. 

Wieviel Stellen seit dem Jahr 2000 insgesamt im Bereich der Offenen und Mobilen Kinder- und Jugendarbeit in Dresden weggekürzt oder einfach weggefallen sind, hat bis heut leider noch keiner publiziert. Von den Stellenverlusten der Jugendberufshilfe, den Streichung ganzer Werkstattstandorte ganz zu schweigen! 

Wieviel Einsparung/Kürzung eine Dresdner Jugendhilfelandschaft (noch) verträgt, weiß keiner. Wenn´s nach Fachlichkeit geht, sollte minimal der Bestand der über 20(!) Jahre gewachsenen Strukturen gehalten werden, aber es geht ja nicht um Fachlichkeit, sondern um politische Interessen. Leider haben Straßenkinder & -jugendliche keine Lobby und somit auch keine Chance. Zumindest so lange nicht, bis sie zum sichtbaren Problem mutieren, weil sie die Öffentlichkeit und deren Ruhe bzw. Sicherheit "stören". 
Dann nimmt bestimmt ein Strahlemann-Politiker flott etwas Geld in die Hand, um in Windeseile ein "weg-von-der-Straße-&-aus-dem-öffentlichen-Sinn"-Programm anzukurbeln. Natürlich hat er dabei nicht seine Wähler und die nächste Wahlperiode oder seine Quote im Sinn, natürlich hat er ein Herz für die armen Straßenkinder! Natürlich, bis zur nächsten Kürzung!

Und so feiern wir in 10 Jahren vielleicht ein weiteres schmerzhaftere Jubiläum: den Niedergang der präventiven Kinder- und Jugendarbeit in Dresden!

Sozialer Brennpunkt Dresden-Pieschen:

Für den Ortsamtsbereich Pieschen können laut dem Sozialatlas Dresden (2010) u.a. folgende Merkmale festgehalten werden: 

25,0% der Haushalte mit Kindern werden von Alleinerziehenden geführt.
Die Jugendarbeitslosigkeit der unter 25 Jährigen liegt bei 8,2%. Damit ist die Jugendarbeitslosigkeit im Stadtvergleich am höchsten. Insgesamt sind im Ortsamtsbereich 10,6% der Menschen von der Arbeitslosigkeit betroffen. Auch hier ist die Zahl stadtweit am höchsten.

Hartz IV:

Hier noch ein sehr informativer Link für Hartz-IV-Bezieher.

Argumentationshilfen gegen Totschlagargumente*:

(*Nicht nur für Kinder, Jugendliche, Eltern, Sozialarbeiter & Bürger geeignet, sondern vor allem für Politiker gedacht, denen es schwer fällt, so genannte Totschlagargumente vor sich selbst oder ihrer Partei zu entkräften)

Totschlagargument:
Die Demographieentwicklung wird gern benutzt, um Einsparungen bei Kindern und Jugendlichen (in KITA, Schule, Sport, Kultur und Kinder- & Jugendhilfe) zu entschuldigen. Dieses Argument kann schnell mit dem Verweis auf die sich zuspitzende soziale Schieflage in Deutschland/Europa entkräftet werden (zunehmende Jugendarbeitlosigkeit, Bildungs-, finanzielle und soziale Armut, Straßenkinder, Schicht- und Migrationsgefangenheit etc. etc.): "Die junge Generation von heute hat viel mehr und vor allem komplexere Schwierigkeiten zu bewältigen, als vergangene Generationen in einer nicht digitalisierten, globalisierten und somit überschaubareren Welt. Anders ausgedrückt: 50 Kinder von heute haben mehr Stolpersteine zu überstehen, als vergleichsweise 500 Kinder aus früheren Generationen. Vor allem dann, wenn ihre Schicht und Herkunft sie von Geburts wegen an den Rand der Gesellschaft spült" 
Randbemerkung: Dresden hat aktuell (2010/11) die höchste Geburtenrate in den östlichen Bundesländern!

Totschlagargument:
Alle müssen sparen! Ja, es ist richtig, wenn gespart werden muss, dann sollten die Einsparungen alle Bereiche treffen. Allerdings im Verhältnis gleichmäßig und vor allem verantwortungsbewusst. Die dabei angesetzten Sparprioritäten sollten sich dabei nicht - wie aktuell geschehen - zu Lasten dvon nicht-lobby- bzw. nicht-wählerträchtigen Gruppierungen/Bereichen verlagern, sondern verantwortungsbewusst auf alle Schultern verteilt werden. Vor allem wenn man bedenkt - Bürger: Politiker wie Wähler gleichermaßen - dass zunehmende Haushaltsverschuldungen und Arbeitslosigkeit wohl eher aus politischen Visionen (Globalisierung), wirtschaftlicher Verantwortungsenthaltsamkeit (Mindestlohn, Verlagerung von Produktionszentren etc.) und Banken(ver-)spekulationen resultieren und nicht das Verschulden der Menschen sind.
Was nützen Dresden/Sachsen in 20 Jahren tolle Brücken oder ausgebaute Straßen, wenn diese nicht mehr bevölkert werden, da die Jugend weggezogen und/oder bildungsfern verarmt oder kriminell gewurden ist?

Totschlagargument:
Erzieher vs. Sozialarbeiter/Sozialpädagogen. 2011 ist das sächsische Landesjugendamt tatsächlich wieder mal der Meinung, dass Erzieher in Kinder- und Jugendhäusern hauptverantwortlich beschäftigt werden sollen.
"Erzieher sind gut/besser im ´Bereich Kinder´ ausgebildet!" "Mmh!" Heißt dies: Sozialarbeiter sind dies nicht? Heißt dies: weil Erzieher auch in Jugendwohngruppen beschäftigt werden, sind sie auch gut, besser, ausreichend im `Bereich Jugend`ausgebildet und man kann sich die Sozialarbeiter gleich sparen?
Oder hat da jemand beim Studium geschlafen oder nicht verstanden, was Offene Kinder- und Jugendarbeit bedeutet und dass sie ein Themenschwerpunkt der Sozialarbeit ist?
Beide Professionen verdienen Wertschätzung. Man kann sie nicht vermischen oder gleich setzen. Sie unterscheiden sich allein in Länge und Art der Ausbildung sowie des Abschlusses und somit auch in der Entlohnung.
Es ist also nur ein fachlich unsauberes und verstecktes Kürzungsargument.  

Einen weiteren guten Link findet Ihr beim Arbeitskreis Kritische Sozialarbeit Dresden unter: www.aks-dresden.org  

MehrWert: Brief an die Bürgermeister und den Stadtrat der Stadt Dresden vor der entscheidenden Stadtratssitzung am 12.04.11!

"Sehr geehrter Herr Bürgermeister Hilbert (FDP), sehr geehrter Herr Bürgermeister Seidel (parteilos) und sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,
hiermit wenden wir uns an Sie mit der Bitte um Unterstützung für die Aufrechterhaltung der Angebote für Kinder und Jugendliche in Dresden. Wir gehen davon aus, dass Sie über die Höhe der in Aussicht gestellten Förderung für die offene Kinder- und Jugendarbeit für dieses Jahr, das damit verbundene Defizit und die daraus resultierenden Konsequenzen gut informiert sind. Das bisher vorgetragene Argument, dass nicht die Stadt, sondern das Land für die fehlenden  Gelder verantwortlich ist, trägt jugendhilferechtlich nicht, da laut SGB VIII die Kommunen für die Förderung der Kinder und Jugendlichen zuständig sind und es damit der Stadt Dresden jederzeit freisteht, das o.g. Defizit zu schließen. Eine unzureichend ausgestattete Kinder- und Jugendarbeit vernachlässigt nicht nur eine gesetzliche Aufgabe, sondern erfüllt nicht, wofür die Entscheidungsträger unserer Stadt,  Frau Oberbürgermeisterin Orosz und nun amtierend auch Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hilbert in Ihren strategischen Zielen für Dresden bis 2025 eintreten. Im Ziel 5 formulieren Sie: „Dresden ist 2025 eine junge Stadt, die offen, lebendig und kinderfreundlich ist, Familien und junge Fachkräfte anzieht und zu ihren Mitbürgern macht.“ Und weiter: „Dresden hat mit seinen Kitas und Schulen, seiner außerschulischen Bildungslandschaft und seinen Freizeitangeboten beste Voraussetzungen dafür. Aber wir müssen den Bedürfnissen der Jungen noch mehr entgegenkommen und für mehr Vielfalt, Buntheit und Lebendigkeit sorgen, um sie an Dresden zu binden.“ Wie sind diese Ziele mit der aktuellen Debatte um die Förderung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Dresden vereinbar? Wie ist es zu erklären, dass Kinder und Jugendliche eine so geringe Aufmerksamkeit erhalten, wie in kaum einer anderen deutschen Großstadt?  In den vergangenen Wochen haben wir mehrfach und in vielen Aktionen auf die unhaltbare Situation hingewiesen. Die Orte und Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit - geprägt durch engagierte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter - sind neben Schule, Familie und Sport ein wichtiger Sozialisationsort für Mädchen und Jungen und für manche auch der einzige Ort, wo sie Anerkennung und Wertschätzung erfahren. Wir gehen davon aus, dass Ihnen und uns als professionelle Akteure im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit das Bemühen um Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen sowie Bildung und Betreuung für die nachwachsende Generation am Herzen liegen und sind uns Ihres Bemühens um die Belange der Kinder und Jugendlichen sicher. Deshalb bitten wir Sie dringlich, in der Stadtratsitzung, am 12.05.2011 den Antrag des Jugendhilfeausschuss vom 21.04.2011 (V0884/10) auf Ausgleich des bestehenden Fehlbetrags, gemäß der Vorlage des Jugendamtes  zu unterstützen und zu behandeln, um den bisherigen Standard für die offenen Kinder- und Jugendarbeit in Dresden abzusichern. Sollte unser Anliegen erfolglos sein, werden wir die öffentliche Aufmerksamkeit, die unsere Stadt in den kommenden Wochen und Monaten erfährt, nutzen, um zu zeigen, was den derzeitigen Verantwortlichen die Kinder und Jugendlichen von heute und morgen wert sind. Der Abbau von wirkungsvollen Angeboten und Strukturen und nachträglicher Wiederaufbau ist ein sehr teures Unterfangen, was für alle Beteiligte sicher kein Geheimnis ist. Unter anderem planen wir Aktionen für die offene Kinder- und Jugendarbeit in Dresden z. B. unter den TeilnehmerInnen des Kirchentages, der Frauenfußballweltmeisterschaft u.a, um auf die Unterfinanzierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit aufmerksam zu machen. Dazu möchten wir ausdrücklich betonen, dass wir uns mit unserem Anliegen nicht gegen die öffentlichen Großveranstaltungen und deren anteilige Finanzierung durch die Stadt Dresden wenden. Wir freuen uns über die Amortisierung des finanziellen Engagements durch die Stadt Dresden (vgl. Informationsheft „33. Dt. Evang. Kirchentag“) in dreifacher Höhe, die dann aber ebenfalls eine lohnenswerte Investition in Kinder und Jugendliche unserer Stadt sein sollte. Wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hilbert, um Ihre Unterstützung bei der Erfüllung unserer gemeinsamen Aufgabe, das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in gemeinsamer gesellschaftlicher Verantwortung zu tragen und sehen Ihrer Rückantwort  in der Jugendhilfeausschusssitzung am 19.05.2011 entgegen.  

Mit freundlichen Grüßen
Malwina e.V., Verbund Sozialpädagogischer Projekte e.V., Mobile Jugendarbeit Dresden-Süd e.V., Männernetzwerk Dresden e.V., Paritätische Sachsen e.V., Deutscher Kinderschutzbund OV Dresden e.V., Kinderland Sachsen e.V., OUTLAW gGmbh, CVJM Dresden e.V., Trägerwerk Soziale Dienste in Sachsen e.V., Omse e.V., Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Dresden e.V."

MehrWert - Aufruf zur Protestaktion!

Mit Jugendhilfe spielt man nicht: 14. April und 21. April 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wie ihr ja wisst, wurde letzten Donnerstag im Jugendhilfeausschuss (JHA) kein Beschluss über  die Förderung der freien Träger 2011 getroffen, sondern die Entscheidung auf die nächste Sitzung am 21. April 2011 vertagt. In der Woche davor, am 14.4.2011, tagt turnusgemäß der Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden. In der aktuellen Fördervorlage fehlen immer noch 900 000 Euro, die aus Sicht der Verwaltung des Jugendamtes notwendig wären, um eine gelingende jungendhilfliche Arbeit in Dresden zu gewährleisten. Und während der JHA nur die zur Verfügung gestellten Mittel verteilen darf, kann der Stadtrat (bei entsprechender parteipolitischer Mehrheit) die Zuwendung erhöhen. So wie auch bei SG Dynamo Dresden schon mehrfach geschehen. Von daher sollten unsere Chancen auch nicht allzu schlecht sein... Damit es zu dieser parteipolitischen Mehrheit kommt, müssen wir die Stadträte aus CDU-, FDP- und Bürgerfraktion nachdrücklich mit unserer Forderung konfrontieren.
Dazu habt ihr die Gelegenheit am 14.4.2011 um 15.15 Uhr vor der Goldenen Pforte des Dresdner Rathauses.

Unter dem Motto: Mit Jugendhilfe spielt man nicht!
Bisher haben wir für diesen Tag diverse karikierende Glücksspielaktionen geplant. So könnt ihr durch Würfelspiele eure Kürzungssumme ermitteln und im Trägerwettlauf den Konkurrenten ausschalten. Es versteht sich von selbst, dass wenig Menschen vor dem Rathaus auch wenig Eindruck hinterlassen.... Ihr seid also aufgefordert, euren Ideen freien Raum zu lassen und den Platz vor dem Rathaus damit zu füllen. Die Wiederholung dieser Aktionen sind übrigens für den 21.04.2011 ab 17.15 Uhr – Beschluss der Förderung durch den JHA – geplant. In diesem Sinne.... unterstützt die Aktionen und kommt zahlreich ins Dresdner Rathaus!"
AK „Mehr Wert“ Dresden

Solidarität mit dem „Roten Baum“ – Politisch motivierte Eingriffe verhindern!

Werte Kollegen und Kolleginnen aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, wir, die unten stehenden Kollegen und Kolleginnen bitten Sie hiermit um Ihre aktive Unterstützung und Solidarität für den Jugendverein „Roter Baum“ e.V., welcher in den politischen Auseinandersetzungen über den Umgang mit Rechtsextremismus schamlos als Spielball ausgenutzt wird und öffentlich kriminalisiert wird. In der kommenden Stadtratssitzung am 14.04.2011 wird der Antrag der CDU-Stadtratsfraktion bezüglich der vorbehaltlichen Förderung des Jugendvereines „Roter Baum“ e.V. erneut behandelt. Als Hintergrund werden nach wie vor die Vorfälle vom 19.02.2011 benannt.
Dazu möchten wir Ihnen die uns bekannten Fakten darlegen:
1. Dem Jugendverein Roter Baum e.V. liegt ein Schreiben von Seiten der Staatsanwaltschaft vor, dass gegen den Verein keine Ermittlungen geführt werden.
2. Gegen FDP-Stadtrat Jens Genschmar liegt eine einstweilige Verfügung vor, die öffentlichen Verleumdungen bezüglich des Jugendvereines zu unterlassen, was er augenscheinlich nicht tut, da entsprechende Aussagen nach wie vor auf den Internetseiten der FDP Dresden zu finden sind.
3. Eine Beschlussfassung im Stadtrat mit einer CDU geführten Mehrheit ohne eine Behandlung im Jugendhilfeausschusses ist unzulässig und verstößt massiv gegen geltendes Recht und gegen die Hoheit des Jugendhilfeausschusses (JHA). Zu der Frage der Kompetenzen des JHA hat gerade das Verwaltungsgericht Dresden eine entsprechendes Urteil gefällt (Az: 7 K 1561/09). Die Verletzung der Rechte des JHA und der Jugendhilfe darf nicht zugelassen werden.
Dass der Antrag trotz der rechtlichen Unzulässigkeit, nun doch behandelt werden soll kann nur empören und als Angriff auf die Integrität des Vereines, die Geschäfte des Jugendhilfeausschusses und auf unser aller Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Jugendhilfe verstanden werden.
Uns allen muss bewusst sein, dass hier versucht wird ein politisches Exempel zu statuieren und einen Träger der Freien Jugendhilfe in Bedrängnis zu bringen, der sich konsequent für Mädchen und Jungen und eine demokratische Jugendhilfe einsetzt. Wir brauchen auch in Zukunft eine Jugendarbeit auf der Basis von Demokratie und Fachlichkeit, fern ab von Extremismusklauseln und unverhältnismäßigen parteipolitischen Eingriffen. Deshalb müssen wir jetzt im Sinne einer professionellen Verantwortung Anteilnahme und aktive Unterstützung leisten!
Es ist mehr als deutlich, dass die aktuelle Situation uns alle betrifft und wir alle eine fachliche Verantwortung haben. Eine politisch derart fragwürdige und rechtlich unzulässige Vorgehensweise kann – wenn sie einmal zugelassen wird - morgen den nächsten Träger der Jugendhilfe treffen.
Ø Aktuell geht es um die Existenz eines Jugendhilfeträgers, der den Mut hat sich z u u positionieren und seit vielen Jahren anerkannte Jugendarbeit leistet.
Ø Es geht auch um Solidarität mit engagierten KollegInnen, deren Integrität und Fachlichkeit in Frage gestellt wird.
Ø Letztlich geht es darum, die Jugendhilfe vor weitergehenden ideologiegeleiteten Reglementierungen zu schützen.Wir fordern Sie daher auf, Solidarität mit dem Jugendverein „Roter Baum“ e.V. zu zeigen und aktiv zu werden.
Dies können Sie tun, in dem Sie die bundesweite Kampagne „Händeweg vom Roten Baum“ sowie die vorhandenen Solidaritätserklärungen unterzeichnen und selbst zur Stadtratssitzung erscheinen. Nutzen Sie Ihre persönlichen Kontakte um aufzuklären und um dem Antrag entgegen zu wirken. Leiten Sie diese Mail an Ihre Kollegen und Kolleginnen weiter. Schützen Sie mit uns im Interesse der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine fachlich fundierte und sozialpolitisch engagierte Jugendarbeit und Jugendhilfe.Dafür danken wir Ihnen: Prof. Ullrich Gintzel, Prof. Dr. Herbert Effinger, Prof. Dr. Friedhelm Peters, Prof. Dr. Uwe Hirschfeld, Sigrid Möser, Björn Redmann, Andreas Borchert, Nicole Schuhmann, Christiane LöfflerBundesweite Unterstützungskampagne „Hände weg vom Roten Baum“: www.haendewegvomrotenbaum.blogsport.de/

Gratulation: die Dresdner JugendhilfePLANUNNG(!) feierte ihren 10jährigen Geburtstag!

Es fällt äußerst schwer, an dieser Stelle sachlich fachlich zu bleiben und nicht in bösen Zynismus zu verfallen.
Nicht die Dresdner Jugendhilfe selbst feiert im Jahr 2011 ihren 10jährigen Geburtstag, sondern die Dresnder Jugendhilfe-Planung und dies, ohne irgendwelche verwertbaren Ergebnisse vorweisen zu können. Das tragisch traurige an dieser Geschichte ist, das eine kommunale Jugendhilfeplanung vom Gesetzgeber zeitnah vorgeschrieben ist und deren Ergebnisse den freien Trägern als Rechtssicherheit und Arbeitsgrundlage zugleich dient. Nun, in Dresden scheint dies anders zu sein und müssen die freien Träger trotz mehrmaliger, fachlich fundierter und zeitintensiver Zuarbeit (2001/2 und 2007/8) weiterhin ohne einen fertigen Jugendhilfeplan auskommen. Würden die freien Trägern mit ihren Konzeptionen ebenso agieren, würden sie wohl keine Förderung erhalten. So ist das halt. Schuld an dieser prikären Lage trägt die Verwaltung des Dresdner Jugendamtes nicht allein, sondern zu Teilen auch der Dresdner Jugendhilfeausschuss, welcher als Kontrollinstanz und Auftraggeber dieses Prozesses fungiern müsste.

Die Sprecher der Dresdner Stadtteilrunden (SDS nach §78 KJG) riefen aus gegebenen Anlass nicht zynisch, sondern mahnend zu einem Geburtstags-Sektempfang mit Pressekonferenz vor der Jugendhilfeausschusssitzung am 3.Februar 2011 auf.

In Zeiten, wo intensive Kürzungsdebatten geführt werden, sollte sich Förderung an fachlich fundierten und evaluierten Papieren bzw. Konzeptionen orientieren und nicht scheinbar aus dem Blauen heraus wahllos den Rotsift ansetzen können.

Einladung zur Vollversammlung des Bündnisses Zukunft und Zusammenhalt

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, liebe Freundinnen und Freunde,

für uns alle war das Jahr 2010 ein besonders schweres. Die beschlossenen Kürzungen in den Bereichen Bildung, Kultur, Arbeitsmarktpolitik, Soziales, Gleichstellung u.a. gefährden die Zukunftsfähigkeit und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Das betrifft alle Menschen in Sachsen.

Deshalb haben wir gemeinsam „Zukunft und Zusammenhalt – Das Bündnis für ein soziales Sachsen“ gegründet.
Mit drei Großkundgebungen haben wir insgesamt über 25.000 Menschen vor den sächsischen Landtag gebracht. Viele politische, kirchliche und kulturelle Verantwortungsträger haben sich mit uns solidarisch erklärt. Unser Protest war gut vernehmbar in Sachsen. Dennoch hat die schwarz-gelbe Regierungskoalition die Haushaltspläne in den wesentlichen Teilen durchgesetzt. Unsere Forderung nach einer nachhaltigen Haushaltspolitik für Sachsen, die auch Bildung, soziale Arbeit und Kultur als Zukunftsinvestition begreift, wurde nicht berücksichtigt. „Zukunft und Zusammenhalt“ hat sich zum Ziel gesetzt über die zurückliegenden Haushaltsverhandlungen hinaus zu denken und eine breite gesellschaftliche Debatte über die Zukunft Sachsens anzuregen. In welcher Gesellschaft wollen wir lernen, leben und arbeiten? Dieser Frage nachzugehen ist dringend notwendig, denn:

• eine grundlegende Einsicht in die Notwendigkeit einer aktiveren Arbeitsmarkt-,
Bildungs-, Sozial- und Kulturpolitik ist bisher nicht zu erkennen
• die Kürzungspolitik der Staatsregierung wird erst jetzt beginnen ihre Wirkung zu entfalten
• die Planungen für den Doppelhaushalt 2013/2014 beginnen bereits in einem Jahr und weitere Kürzungen sind möglich.

Deshalb beginnt für unser Bündnis nun eine neue, wichtige Zeit, die wir gemeinsam mit allen aktiven Institutionen, Verbänden, Vereinen und Einzelpersonen auf einer Vollversammlung besprechen wollen.
Diese findet statt: am Donnerstag, 03. Februar 2011 Beginn: 17:00Uhr
Volkshaus Dresden Schützenplatz 14/01067 Dresden

"Morgen Kinder wirds nichts geben...!"

Der Aktionskreis "MehrWert" ruft zur nächsten Protestaktion im Dresdner Rathaus am 14.Dezember im Dresdner Rathaus auf. Gegen 16 Uhr sollen in Form eines Flashmobs im ganzen Rathaus Wunschzettel mit Forderungen für mehr Haushaltsmittel für die nächsten zwei Jahre im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe aufgehängt werden.

Das Motto: "Morgen Kinder wirds nichts geben...!" ist eben leider nicht nur ein plakativer Spruch, sondern könnte leider bald Realität für viele Kinder und Jugendlichen in Dresden werden, wenn die geplanten Kürzungen der sächsischen Regierung durchgesetzt werden. Dann heißt nicht nur: "Morgen Kinder wirds nichts geben...!" sondern auch "Wir müssen draußen bleiben!" - denn niemand wird mehr da sein, der ihnen die Türen öffnen kann. 
Christliche Nächstenliebe sieht eigentlich anders aus!

Großes Gewinnspiel für die Stadträte:

Erkennen Sie alle Weihnachtslieder?

"Advent Advent kein Lichtlein brennt, denn alle Jahre wieder muss die Jugendhilfe betteln gehen. Doch in der Stadtratsbäckerei, gibt’s so manche Sparerei und deshalb ihr Kinderlein kommet, doch kommt nicht zu uns. Denn stille Nacht, geschlossenes Haus alles schläft nur der Sozialarbeiter schaut raus. Oh du sparsame, oh du grausame, Jugend vergessende Haushaltspolitik.
Nicht genug Geld? So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit, so viel Gelder sind vergeben nur wir müssen am Limit leben. So ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns keine Freud. Doch übermorgen kommt der Ratsbeschluss. Ist dann mit der Jugend Schluss? Oder Kinder wird’s was geben und wir können überleben?

Vorfreude, schönste Freude, Freude im Advent!
Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!"

Na haben Sie alle 11 Weihnachtslieder erkannt?
Wenn Sie jetzt noch übermorgen für die Beschlußempfehlung des Jugendhilfeausschusses über die Haushaltssatzung 2011-2012 stimmen, gewinnen Sie die Herzen der Kinder, Jugendlichen und Familien!

Mit diesem Gewinnspiel versucht der Aktionskreis MehrWert am 14.12. erneut die Augen der schwarz-gelben Regierung zu öffnen und Sachsens Jugendhilfelandschaft vor dem geplanten Kahlschlag und somit Sachsens Kinder, Jugendliche und Familien vor einem Desaster zu bewahren.

Ob die eigentlich christlichen Herzen der CDU-Stadträte schon zu sehr vom liberalen Mittelschichtsdenken und Lobbyismus verblendet wurden sind, werden wir sehen.
Die Hoffnung auf einen Akt der Nächstenliebe stirbt bekanntlich zuletzt.

10Tausend Menschen bei Demonstration vor dem sächsichen Landtag: "Wir sind mehr wert!"

Als im Sommer diesen Jahres 8tausend sächsiche Bürger aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen vor dem sächsichen Landtag in Dresden gegen den geplanten Sozialabbau demonstrierten, war dies ein sehr beeindruckendes Bild.
Am 3.11. wiederholte sich dieses Ereignis. 
Diesmal folgten gar 10tausend Menschen an gleicher Stelle dem Aufruf der Bündnisse "Zukunft & Zusammenhalt" und "Mehr wert!". Noch einmal wurde verdeutlicht: Soziales, Bildung und Kultur sind mehr wert!

Es war die größte Demonstration seit der Wende in Dresden!

Aber die schwarz/gelbe Regierung scheint im November 2010 (21 Jahre nach dem historischen November´89) nichts zu beeindrucken. Sie regiert am Volk vorbei - im Sinne von Machterhaltung und alternder bzw. wirtschaftsstarker Wählerschaft! Eisenhart fährt sie ihren einseitigen Sparkurs und verkündet dabei noch vollmundig auf Bundesebene mit geschönten Arbeitslosenzahlen den neuen Wirtschaftsaufschwung: "Niedrigste Arbeitslosenquote seit 18 Jahren!" (O-Ton: CDU-Arbeitsministerin U. v.d. Leyen) oder "Wirtschaftsförderung ist Jugendförderung!" (O-Ton: CDU-Landtagsabgeordneter und ehemaliges Jugendhilfeausschuss-Mitglied P. Schreiber).

Nun, wenn man der Demographie glauben darf, sind dieses Jahr mehr Menschen in Rente gegangen als vor 18 Jahren! Bieten sinnlose Umschulungs- und Arbeitsamtsmaßnahmen, Kombilöhner, Zivildienstleistende, Soldaten, Studenten, FSJler, kostenlose Vorpraktikanten, Mini- und Zeitjobber, Frühverrentungen, der Status arbeitsloser Ehepartner und überbetriebliche Ausbildungsprogramme für junge Menschen ohne Lehre genügend Möglichkeiten, eine positive Quote zu erzielen. Was wäre, wenn sich diese Menschen plötzlich alle "sozialversicherungspflichtig arbeitsuchend" melden würden?!?!?!? 
Wirtschaftsförderung ist mit Sicherheit Jugendförderung - aber nicht allein! Wirtschaftsförderung allein ist nur dann Jugendförderung, wenn man spitzfindig die Schwachen aus dem System ausfiltern will und rein einer konformen Mittelschichtselite Chancen in diesem Land eröffnet. Dies ist mehr als nur zynisch, dies ist im wohlwollenden Fall fachlich unprofessionell. Doch leider dürfte man dies Herrn Schreiber nicht unterstellen - war er doch jahrelange Mitglied des Jugendhilfeausschusses und somit eigentlich mit der Materie vertraut!

Also stellen sich uns folgende Fragen:

Darf sich eine VOLKS(!)-Partei wie die CDU wirklich noch als christlich und volksnah bezeichnen, wenn sie in Zeiten der Not HAUPTSÄCHLICH bei den Schwächsten der Gesellschaft spart?

Warum verteilt diese Regierung die Last zugegeben notwendiger Einparungen nicht auf alle Schultern (sprich: Bereiche) gleichmäßig?

Wie muss ein Bürger über die Moral und Werte einer Landesregierung denken, wenn die Schwächsten unseres Bundeslandes für risikoreiche Banker-Spekulationen ihren Kopf hinhalten müssen?


Wie müssen sich engagierte Bürger fühlen, wenn mit dem Sparhammer ein über Jahrzehnte gewachsenes, gefestigtes, gesellschaftliches Gemeinschaftsgefüge einfach mal so zerschlagen werden darf?

Sozialarbeit im Brennpunkt: Pieschen Open am 13.10.10

Mit Unterstützung des Aktionskreises Mehr Wert führten am 13.10.10 zwischen 16 und 19 Uhr der Zusammenschluß Pieschen Open (Mobile Straßensozialarbeit der Diakonie, Kinder- und Jugendhaus Emmers der Outlaw gGmbH, Jugendhaus Roter Baum, Apostelkirche, Oase und die Treberhilfe) mit Unterstützung der Schulsozialarbeit von IN VIA und dem Eselsnest gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen am Elbcenter eine informative Ferien(Protest)Aktion gegen die geplanten Kürzungswellen der sächsischen Regierung und für die Bürgerinnen und Bürger durch. Symbolisch wurde eine Feuertonne entzündet, welche nicht nur auf den sozialen Brennpunkt Pieschen und die zunehmend sich verschlechternde Situation von immer mehr Kindern und Jugendlichen vor Ort hinwies, sondern gleichzeitig über die Sozialarbeit im Brennpunkt aktueller politischer Debatten und Kürzungen informierte.

Auf Plakaten von Kindern war für die vielen Bürgerinnen und Bürger die Frage zu lesen: KEIN HERZ FÜR KINDER?
An dieser Stelle bedanken wir uns auch bei den anliegenden Händlern und Geschäften für ihre tatkräftige Unterstützung.

Anmerkung:
Die aktuelle sächsische Landesregierung nimmt bewusst die Vergrößerung von Notlagen vieler Kinder und Jugendlicher in Kauf.
Sie argumentiert dabei mit der Demographieentwicklung und den Einsparungszwängen in den öffentlichen Haushalten.
Stichwort Demographie: Heutzutage haben (prozentual gesehen) weniger heranwachsende Menschen leider viel mehr und komplexere Problemlagen zu bewältigen, als die Generation zu vor.
Stichwort Kürzungen: Die sächsische Regierung spart im Verhältnis nicht zu gleichen Anteilen in all ihren Ressourcen, sondern im Sozialhaushalt unglaublich viel - und das, nachdem dieses Ressour bereits im letzten Jahrzehnt mit unglaublich harten Einsparungen zu kämpfen hatte. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist davon existenziell betroffen, obwohl sie als präventive Sozialarbeit vorausschauend, notwendig und vor allem kostengünstiger als jeder spätere "Eingriff" ist.

Leider sind Kinder und Jugendliche keine Wähler und haben leider auch keine ausreichende Lobby, es sei denn sie lächeln für den gut gewählten Politiker-Moment mal in eine Kamera. :-)
Mehr Infos zu Kürzungen finden Sie hier.

FACH-AG nach § 78/SGB VIII: Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen" bezieht mit folgendem Brief ebefalls Stellung zu den durchgeführten und sich in Planung befindenden Kürzungen der sächsischen Staatsregierung:

Den vollen Text können Sie auf der Homepage des Aktionskreises Mehrwert lesen: www.aktion-mehrwert.de  
Der Brief richtet sich an die Verantwortlichen der Stadt Dresden.

CORAX-Artikel zu den Auswirkungen des Sparwahns

Der CORAX ist das fach- und trägerÜBERGREIFENDe Medium der JUGENHILFE in SACHSEN, das über aktuelle ENTWICKLUNGen und TENDENZen informiert. Mit SCHWERPUNKT auf SACHSEN und den NEUEBUNDESLÄNDERn stellt CORAX eine EINZIGARTIGe Plattform des FACHLICHen AUSTAUSCHs zwischen Praxis, Wissenschaft, Politik sowie Aus- und Fortbildung dar.

In der Ausgabe 09/10 kann sich jeder Bürger einen Überblick über die wahrscheinlichen Auswirkungen des Sparwahnsinns an falscher Stelle der momentanen schwarz-gelben, sächsischen Regierung machen. Lesen Sie die Stellungnahme des Bündnis´ Zukunft und Zusammenhalt zum Haushaltsplan 2011/2012 der sächsischen Staatsregierung:
www.corax-magazin.de

Es bleibt zu hoffen, dass Umdenken in den Köpfen zu einem Plan B führt:
Brot statt Brücken?!  

Sachsen spart...

...an seiner Zukunft, an seinen Kindern und Jugendlichen. Sachsen spart, weil in Krisenzeiten alle sparen wollen und müssen und dies - wenn es fair verteilt wäre - auch für alle okay und nachvollziehbar wäre. 
Aber leider spart Sachsen unverhältnismäßig in genau den Bereichen, die auf den ersten Blick über die geringste Lobby verfügen bzw. dort, wo die wenigsten Prestige-, Wähler- und somit Imageverluste zu erwarten sind.

Die momentane schwarz-gelbe, sächsische Regierung spart wider jede Vernunft, ohne Weitblick und gegen jede pädagogische, psychologische, soziologische und auch ökonomische Fachlichkeit. Denn in Krisenzeiten benötigen gerade die Schwachen der Gesellschaft mehr Unterstützung als in den blühenden Jahren. Aber diese wird ihnen mit der massiven Kürzung der Kopfpauschale um ein Drittel in diesem Jahr teilweise komplett beraubt. Immer wieder wird dabei die Demographie zur Argumentation benutzt, aber das diese nur vorgeschobenen ist, beweisen die Zunahme von Notsituationen in vielen Familien weit über die so genannte Unterschicht hinaus.
Das Geld, welches Sachsen heute spart, wird es - und somit uns - in bereits naher Zukunft teuer zu stehen kommen: Jugendliche werden abwandern oder zu radikalen Interessengruppen "überlaufen", pädagogische Kriseninterventionen bis hin zu juristischen Krisensanktionen werden finanziell explodieren und ganz nebenbei werden über Jahrzehnte aufgebaute soziale Strukturen und Netzwerke leider zwangsläufig wegbrechen. 

Viele Kinder, Jugendliche und Familien über den Stadtteil Dresden-Pieschen hinaus besuchen das Kinder- und Jugendhaus im Emmers regelmäßig oder projektbezogen und haben es gar zu ihrem Lebensmittel- bzw. Lebensausgangspunkt werden lassen. Manche gestalten bereits in zweiter und dritter Generation die bedarfsorientierten und sich ständig weiter entwickelnden Angebote aktiv mit. 
Was auch immer viel ist, kann sicher relativ betrachtet werden und ob 500 bis 1000 Kinder, Jugendliche und Familien wirklich viel sind, muss jeder für sich selbst beurteilen. Fakt ist: dass mit Hilfe des Emmers verbunden mit der städtischen Basisfinanzierung und vor allen aufgrund der Drittmittel-Unterstützer, Förderer, Stifter, Spender, Ehrenamtler, Kooperationspartner und Freunde das Emmers heute nicht das wäre, was es für Euch alle ist.
Aber wie lange noch?
Auch wenn unser Träger - die Outlaw gGmbH - dankbarerweise kämpfen und konsequenterweise in Widerspruch gehen wird:
der aktuelle Förderbescheid sieht nicht einmal den Mindesstandard an Fachpersonal für ein Haus in dieser Größenordnung vor... geschweige denn das notwendige haustechnische, verwaltungstechnische bzw. Reinigungspersonal.

Im Folgenden geben wir Euch einen Über- und Einblick in die Kürzungsdebatten und verweisen auf Links, mit deren Hilfe Ihr Euch aktiv gegen die Sparzwänge der sächsischen Regierung wehren könnt.

Wider jede Vernunft: Sachsen spart an der Jugend!

Trotz aller Proteste gegen die Sparpläne der sächsischen Regierung und wider alle Vernunft wird Sachsen bei seinen Kindern und Jugendlichen sparen.

Der Musiker NOSLIW umschreibt in seinem Song Loser, wohin diese egozentrische Politik führen kann und ermuntert trotz allem die Hoffnung nicht aufzugeben.

Schaut mal hier bei YouTube rein.

Die sächsische Kinder- und Jugendhilfe ist MEHR WERT!

Wie schon berichtet, halten die Kürzungsdebatten in unserem Bundesland weiter an und zeigt die sächsische Staatsregierung noch immer keine Kompromisbereitschaft. Statt dessen wird Protest als folgerichtig in Kauf genommen.

Der Aktionskreis „Mehr Wert“ ist wie der Kinder- & Jugendring Sachsen ein Arbeitskreis, welcher sich aktiv gegen die aktuelle politische Spar-Willkür auf regionaler Ebene einsetzt und an die Fraktionen des Dresdner Stadtrates, die Dresdner Oberbürgermeisterin, den Dresdner Jugendhilfeausschuss und die Presse einen Offenen Brief geschrieben hat, den wir Euch hier auszugsweise präsentieren und der unter: www.aktion-mehrwert.de komplett gelesen und von allen Dresdner BürgerInnen unterstützt werden kann.

"Mehr Wert" ist ein Bündnis für die Kinder und Jugend Sachsens und die Zukunft unseres Landes, entgegen politischer Egoismen, Machtkämpfe, entgegen fachlicher Blindheit und vor allem gegen jede Form so genannter Sparzwänge, welche nur die Schwachen erfassen und Lobby-verheißende Prestigeprojekte gezielt vernachlässigen.  

Das ist nur der Anfang...

Trotz aller Proteste und wider aller fachlicher Vernunft setzt die sächsische Staatsregierung die Kinder- und Jugendarbeit landesweit massiv unter Druck. Im laufenden Haushaltsjahr werden flächendeckend 30% der finanziellen Mittel gekürzt und somit jahrelang aufgebaute und verlässlich bestehende Strukturen in Frage gestellt bzw. ins pädagogische Aus katapultiert.

Wie sehr die schwarz-gelbe Regierung mit dieser - in dieser Höhe noch nie da gewesenen - Einsparungsmethode den sächsichen BürgerInnen einen Bärendienst erweisen könnte, werden möglicherweise zukünftig wieder ansteigende Statistiken extremistischer Straftaten, Jugendkriminalität und Schulabbrecher als Indikatoren anzeigen. Noch wahrscheinlicher ist, dass noch mehr engagierte Jugendliche unser Bundesland verlassen und fleißige Ehrenamtler den Sinn in ihrer Tätigkeit verlieren werden... wie gesagt, es ist nur der Anfang...

Eine ganz interessante Einsparungsmethode schlägt Artemij (17 Jahre) vor:
"Politiker sollten nach ihrer Abdankung bzw. Amtszeit nicht mehr automatisch und auf Lebenszeit eine staatlich geförderte Pension beziehen dürfen! Die BürgerInnen müssten demokratisch entscheiden dürfen, ob, wieviel und wenn ja wielange!"

Wehret den Anfängen...

Protestiert mit Eurer Stimme gegen geplante Kürzungen

Wie wir bereits berichteten, plant das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz eine Einsparung von 25 Millionen Euro allein im Jahr 2010 im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Dies ist nach den bereits erfolgten Einsparungen im letzten Jahrzehnt in der Dresdner Kinder- und Jugendhilfelandschaft ein skandalöses Vorgehen.

Bitte gebt hier online Eure Stimme ab, um weitere Einsparungen zu verhindern!

Unter JUGEND IST MEHR WERT erfahrt ihr alles über geplante Protestaktionen.

In Zeiten der Not sollte nicht ausgerechnet bei den Schwächsten gespart werden, sondern ein warmer Topf Suppe mehr wert sein, als ein noch nicht ausgebessertes Schlagloch. 

Lobby für Kinder und Jugendliche statt Kürzungen!

Immer wieder wird bei kommunalen Einsparungen zuerst in den Bereichen gekürzt, wo es scheinbar und oberflächlich betrachtet nicht auffällt.
Immer wieder führen Einrichtungen wie das EMMERS einen Existenzkampf im Namen der zahllosen Kinder, Jugendlichen und Familien, deren Lobby zu gering ist, als das sie unsere Stadtmütter und -väter wirklich erreichen würde.
So auch wieder im Jahr 2010, in einem modernen Deutschland und in einer zukunftsorientierten Stadt wie Dresden, die sich selbst als kinder- und familienfreundlich bezeichnet.

Sprichwörtlich sagt man: Die Jugend ist unsere Zukunft! Doch kann sich eine Stadt noch als zukunftsorientiert und familienfreundlich bezeichnen, wenn sie seit Jahrzehnten so den Rotstift im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ansetzt, wie es in Dresden passiert? Klar ist, dass Einsparungen notwendig sind und dass diese alle tragen müssen. Doch wieviele Einsparungen sind in einem Bereich wirklich verantwortbar? Ab wann gefährdet die Stadt ihre jungen Bürger im Sinne des §8a selbst, in dem immer mehr präventive Angebote/Stellen gestrichen werden und/oder ersatzlos verschwinden?

Kinderrechte nach der UN-Kinderechtskonvention, in Deutschland gültig seit 1992. Mehr Infos hier.

Im Stadtteilzentrum EMMERS gehen tagtäglich bis zu 150 junge Menschen ein und aus. Sollen diese bald vor verschlossenen Türen stehen, nur weil andere Bereiche mehr Lobbyisten ihr eigen nennen dürfen?

Stehen auch hier die Kinder und Jugendlichen bald vor verschlossenen Türen wie ab März 2010 bei dem Projekt Taschengeldwerkstatt, wenn wir bis dahin keine neuen Sponsoren gefunden haben?

Wir hoffen auf eine Lobby in der Politik, bei den Kulturschaffenden, den Unterstützern und letztendlich den Bürgern im Sinne der Kinder, Jugendlichen und Familien!

Mehr Informationen hierzu finden Sie hier.